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Aus der weltweiten EmK Created by Michael Löffler  | 

Zuhören, um zu verstehen

Adam Hamilton im Gespräch mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Wesley House in Pittsburg (Kansas).

Adam Hamilton besuchte Menschen in Kansas. Seine Botschaft: Wer andere erreichen will, muss zuerst ihre Lebenswirklichkeit verstehen.
2 Minuten

Gesellschaftliche Spannungen machen auch vor den Kirchen nicht halt. Unterschiedliche politische Überzeugungen, verschiedene Vorstellungen vom Auftrag der Kirche und ethische Fragen – etwa zum Umgang mit homosexuellen Menschen – stellen das Miteinander auf die Probe. Wie kann eine Kirche in einer solchen Situation ihrem Auftrag treu bleiben?

Adam Hamilton sucht darauf keine schnelle Antwort. Der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK; englisch: The United Methodist Church, UMC) bereiste kürzlich seinen Heimatstaat Kansas in den USA. Noch bevor er seine Kandidatur für den US-Senat bekannt gab, besuchte er 18 Städte, sprach mit Menschen in kleinen und größeren Orten und machte Station in sozialen Einrichtungen. Den Kern seiner Reise fasst er in einem einfachen Satz zusammen: »I'm here to listen.« (»Ich bin hier, um zuzuhören.«) Er möchte Menschen und ihre Lebenswirklichkeit verstehen, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Ein Bezirk mit missionarischer Ausstrahlung

Die Reise entspricht dem Selbstverständnis des Pastors, der 1990 mit vier Erwachsenen und einem Kind die »Church of the Resurrection« (»Kirche der Auferstehung«) in Leawood bei Kansas City gründete. Aus den bescheidenen Anfängen entstand ein Bezirk, der nach Angaben der evangelisch-methodistischen Nachrichtenagentur UM News mit rund 24.000 Kirchengliedern an mehreren Standorten heute der größte US-Bezirk der EmK ist.

Seine Ausstrahlung beruht jedoch nicht allein auf seiner Größe. Der Bezirk verbindet missionarische Arbeit mit sozialem Engagement, Bildungsangeboten und einer verständlichen Verkündigung. Ziel ist es, Menschen anzusprechen, die der Kirche fernstehen oder nach Orientierung suchen.

Auch in Deutschland ist Hamilton kein Unbekannter. Er hat mehr als 25 Bücher geschrieben. Drei davon liegen bislang in deutscher Übersetzung vor: »Gegen die Angst«, »24 Stunden« und »24 Stunden – Impulse für 40 Tage«. Sie greifen biblische Themen verständlich auf und zeigen, wie christlicher Glaube im Alltag Orientierung geben kann.

Unterschiede aushalten

Wie Hamilton mit unterschiedlichen Überzeugungen umgeht, zeigte sich besonders während der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen innerhalb der weltweiten EmK über den Umgang mit homosexuellen Menschen. Lange vertrat er selbst die damalige traditionelle Position der EmK, kam jedoch im Laufe der Zeit zu einer veränderten Bewertung. Heute setzt er sich dafür ein, dass LGBTQ+-Menschen uneingeschränkt am Leben der Kirche teilhaben können. Zugleich wirbt er dafür, Christinnen und Christen mit einem traditionellen Bibelverständnis nicht auszugrenzen.

Für Hamilton müssen unterschiedliche Überzeugungen nicht zwangsläufig zur Trennung führen. Christliche Gemeinschaft lebe davon, einander mit Respekt zu begegnen und trotz bleibender Differenzen im Gespräch zu bleiben. Diese Haltung präge auch die »Church of the Resurrection«. Menschen mit unterschiedlichen politischen und theologischen Überzeugungen – Republikaner ebenso wie Demokraten, konservative ebenso wie progressive Christinnen und Christen – sollen dort gemeinsam ihren Glauben leben und sich für ihre Mitmenschen engagieren. Dazu gehöre wesentlich auch das Zuhören. Im Mittelpunkt stehe nicht die Übereinstimmung in allen Fragen, sondern die gemeinsame Ausrichtung auf Jesus Christus. Hamiltons Reise durch Kansas zeigt, dass Verstehen mit dem Zuhören beginnt.

 

Weiterführende Links

On the road with Rev. Adam Hamilton in Kansas: UMNews.org
Resurrection, A United Methodist Church: resurrection.church

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de